Blütensirup vom indischen Springkraut

Das DRÜSIGE SPRINGKRAUT  - PINKER BLÜTENSIRUP

Das Drüsige Springkraut (IMpatiens glandulifera) ist bekannt als ein invasiver Neubürger bei uns. Es besiedelt gerne Uferstreifen, Seeufer, feuchte Wiesenrändern, aber auch vereinzelt Kahlschläge und lichte Stellen im Wald. Und das tut es tatkräftig. Teilweise erreicht es eine Höhe bis zu drei Metern und der Stängel wird erreicht bei diesen Exemplaren einen Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern. Meistens finden wir aber mannshohe Exemplare. Sattgrüne, längliche Blätter sind quirlig um den hohlen Stängel angeordnet. Im oberen Bereich verzweigt es sich dann und der gesamte Blütenstand ist ebenfall üppig verzweigt. Traubig sitzen dort die Blüten. Wir finden Sie von zartrosa bis zu einem satten purpur. Sie sind ca. 3-4 cm lang und erinnern uns an Orchideen, dahe auch der volkstümliche Name Bauernorchidee. Die Blüten produzieren unglaublich viel Nektar, tatsächlich sogar ca. 40 x mehr als heimische Pflanzen.  Natürlich ist es so im Spätsommer eine sehr beliebte Nahrung für hauptsächlich Bienen, aber auch Hummeln sind zu sehen.

 

F L U C H oder S E G E N?

 

Das Springkraut ist also ziemlich insektenfreundlich. Aber gleichzeitig breitet es sich auch extrem aus und dominiert andere Pflanzen. Aufgrund des sehr raschen Wuchses kommen andere Pflanzen hier nicht mit. Zudem hat es durch den Schleudermechanismus, der die Samen aus der Kapselfrucht bis zu zwei Meter weit befördert eine raumgreifende Strategie sich anzusiedeln. Abgerisse Pflanzenteile können zudem auch wieder wurzeln.

 

Ich sehe immer wieder im Wald, dass Menschen das Kraut herausreißen und auf die Wege schmeißen. Scheinbar sind sie dann noch wütend darauf herumgetrampelt. Ich finde die Ausbreitung des Springkrautes auch bedenklich, aber solch einen kriegerischen Naturschutz zu führen, finde ich noch viel bedenklicher.

 

Für uns Kräutersammler ist es kulinarisch oder auch heilkundlich hingegen wieder ein Segen. Die grünen Teile bleiben vor Ort. Mit viel Vorarbeit wären auch diese im jungen Zustand essbar. Aber ich empfehle: stürzt euch auf die Blüten und die Samen!

 

Ihr könnt die Blüten in kleinen Mengen roh essen. Sie hübschen euer Essen als essbare Deko auf, verzieren Drinks und infused water. Im Wildkräutersalat leuchten sie mit anderen Sommerblüten um die Wette. In Salz gemörsert kannst du deinem Butterbrot einen neuen Look verpassen. Pinker Kräuteressig, PInker Joghurt, pinkes Eis und natürlich pinker Sirup. Sobald die Blüten gekocht oder eingelegt werden, kannst du sie in größeren Mengen nutzen.

 

Die Samen schmecken wie Walnuss! Das ist doch absolut großartig! Sobald die Kapselfrüchte reif sind, eine Tüte über die Pflanze stülpen und schütteln. Am besten keine Samen daneben gehen lassen. Das nennt sich dann Bestandskontrolle!

 

Heilkundlich findest du die Blüten in der Bachblütenessenz Nr. 18. Sie ist die Blüte der Zeit und der Geduld. Hier kannst du dich ausführlich informieren.

 

Ich plädiere für eine Einbürgerung statt Abschiebung! Sowieso ein sehr aktuelles Thema. Für mich bedeutet sinnvoller Naturschutz, das, was da ist zu nutzen und nicht zu bekämpfen. Wenn du das auch so siehst, mach doch mit und versuche dich mal an diesem grandiosen Sirup.

 

SAMMELN UND VORBEREITEN

SAMMELN:

 

Blüten in einer Papiertüte oder einem Korb sammeln. Darauf achten, dass du keine Bienen mitsammelst! In den tiefen Rachenblüten sieht man sie manchmal gar nicht. Wenn es in deinem Korb brummt, weißt du aber Bescheid.

 

Zu Hause die Blüten - draußen - ausbreiten und ein Tuch darüber legen. 20 Minuten warten. So können Insekten und Spinnentiere das Weite suchen.

 

WAS DU SONST NOCH BRAUCHST:

• einen Topf

• einen Messbecher

• eine Waage

• einen Kochlöffel

• sterilisierte Flaschen

REZEPT FÜR PINKEN SPRINGKRAUT-BLÜTENSIRUP

ZUTATEN

 

1 Liter Wasser

800 g  Zucker

20 ml  Zitronensaft

5 Handvoll Springkrautblüten (möglichst dunkle)

optional: Tonkabohne

 

1. Wasser, Zitronensaft und die Blüten in einen Topf geben und aufkochen.

 

2. Die gehackte Tonkabohne (etwa 1/4 TL) hinzugeben, umrühren und dann erkalten lassen.

 

3. In der Zwischenzeit deine Flaschen sterilisieren. Entweder mit kochendem Wasser ausspülen oder für 10 MInuten bei 120 Grad in den Backofen stellen (diese Variante lohnt sich eher für Großproduktionen!)

 

4. Den erkalteten Ansatz durch ein feines Sieb filtern.

 

4. Den Zucker abwiegen und mit dem pinken Tee unter ständigem Rühren aufkochen.

 

5. Einmal sprudelnd kochen lassen für 2-3 MInuten. 

 

6. Abfüllen in deine Vorbereiteten Flaschen. Gut verschließen.

 

Der Sirup hält sich kühl gelagert so 3-4 Monate. Wenn er länger halten soll, musst du mehr Zucker nutzen. Meine Erfahrung ist aber, dass die Farbe ohnehin anfängt zu verblassen. Daher lohnt es sich nicht!

 

ANWENDUNG: für Schorlen, Limonaden, auf Eis und Pudding.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Sammeln, Zubereiten und Genießen!

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Viel Freude beim Wildkräutern!

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Essbare Wildpflanzen entdecken, sammeln und zubereiten. Kräuter trocknen, konservieren und nutzen. Wir merken mehr und mehr, wie gut es tut sich in der Natur zu bewegen, sich auszukennen und der eigenen Nahrung möglichst nah zu sein. Dieses alte Wissen steckt in jedem von uns und kommt mit Anleitung und etwas Übung ganz einfach wieder an die Oberfläche. In verschiedenen Kräuterseminaren zeige und erkläre ich diese wilde Welt: Kräuterwanderungen zum ersten Kennenlernen, Bestimmen und finden deiner Lieblingspflanze.  In der Wildkräuterwerkstatt werden die gesammelten essbaren Wildpflanzen und -kräuter auf ganz verschiedene Weise zu Hausgemachtem oder zur kleinen Naturapotheke verarbeitet. In der wilden Kräuterküche kreieren wir köstliche Gerichte und Desserts mit essbaren Pflanzen. Genauso laden Kräuter dazu ein, wertvolle Naturkosmetik aus ihnen herzustellen. Tageskurse oder Wochenend Retreats bieten ausreichend Raum zum Entdecken und Staunen. Früher Tradition und täglicher Inhalt des Alltags - heute Freude, Entspannung und Wecken des Sammlers in uns, der die Natur besonders würdigt. Auf großen Wandertouren & und Kräuterurlauben kannst du alle Pflanzen und Themen ganz intensiv entdecken.

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Christine Knauft

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