Brombeerblätter fermentieren - Haustee mit Aroma vom schwarzen Tee

Brombeeren: unsere heimische Zutat für milden Haustee

Sie wachsen und wuchern überall dort, wo wir Menschen uns länger nicht aufhalten, nicht jäten und vor allem nicht mähen: Brombeeren! Rubus sect. Rubus zähl zu den Rosengewächsen, wie ihr an den weißen, fünfzähligen Blüten gut erkennen könnt. Die Blätter sind drei-, fünf- oder siebenzählig. In Europa gibt es mittlerweile etwa 2000 Arten. Mit ihren Stacheln ist die Brombeere uns natürlich besonders in Erinnerung geblieben, aber auch mit ihren köstlichen und extrem gesunden Beeren. Womit sich die meisten aber noch nie beschäftigt haben, sind die Blätter! Auch diese sind genießbar. Ihr könnt mal ein Stückchen roh probieren und euch von dem kräftigen und bittermandelartigen Aroma überraschen lassen. Ich nutze sie fein geschnitten in Salaten. Die Brombeerblätter enthalten viele Gerbstoffe, das merkt ihr an dem pelzigen Mundgefühl, welches die Blätter uns bescheren. Gleichzeitig weist es aber auch auf eine entzündungshemmende und zusammenziehende Wirkung hin, wunderbar bei Entzündungen im Rachenraum und auch bei Durchfällen. Auch bei Menstruationsbeschwerden eignet sie sich!

 

Heute wollen wir uns ja eine besondere Methode anschauen, die Blätter haltbar zu machen. Denn sie eignen sich besonders gut als Basis für euren Haustee.  Und zwar fermentiert! So entwickeln sie ein kräftigeres Aroma, das an einen milden Schwarztee erinnert. Ganz ohne Aufputscheffekt und mit milder Heilwirkung.

 

Den genau das macht unseren Haustee aus. Er ist mild in seiner Wirkung und kann so über einen längeren Zeitraum ohne Gewöhnungseffekte für den Körper getrunken werden. Mit der Zugabe von Heilkräutern und Aromakräutern kann er stets den Bedürfnissen und dem Geschmack angepasst werden. Ein paar Mischideen findet ihr dann weiter unten nach der Anleitung. Los gehts also!

SAMMELN UND VORBEREITEN

SAMMELN:

 

Junge, also frisch ausgetriebene Blätter, können das ganze Jahr über geerntet werden. Die Stacheln sind dann so zart, dass sie euch nicht piksen! Der Frühling eignet sich besonders gut, weil so viel Material vorhanden ist. Sammelt einen kleinen Korb voll Blätter für euren ersten Versuch an einem trockenen Vormittag. 

 

WAS DU SONST NOCH BRAUCHST:

• eine Sprühflasche mit Wasser

• ein Brettchen

• ein Messer

• ein sauberes Küchenhandtuch

• eine Plastiktüte

• ein Nudelholz oder eine Flasche zum Walken

ANLEITUNG Schritt für Schritt

1. Brombeerblätter auf einem Brettchen etwas antrocknen lassen

2. Blätter mit Wasser besprühen. Sie sollen nicht nass sein, sondern feucht. Es kann sein, dass du hier etwas experimentieren musst. Deswegen mit einer Probemenge starten.

3. Blätter gut zerkleinern mit einem Messer.

4. Blätter walken, so dass der Zellsaft auftritt.

5. Nun rollst du die Blätter in dein Küchenhandtuch ein.

6. Das Paket packst du nun luftdicht in eine Plastiktüte ein.

7. An einem warmen Ort fermentieren die Blätter nun für drei Tage.

8. Entweder im Backofen bei 40 Grad trocken oder an einem warmen, luftigen Ort in deiner Wohnung/ im Garten. Bitte keine direkte Sonneneinstrahlung!

9. In eine braune Tüte verpacken oder in ein Glas und dunkel stehend. Kühl und trocken lagern!

BILDANLEITUNG - STEP BY STEP

Hier siehst du, wie ich vorgegangen bin. Du kannst eigentlich nichts falsch machen, außer, zu viel Wasser aufzusprühen. Dann besteht die Gefahr, dass die Blätter schimmeln. Deswegen rate ich dir, eine kleine Menge zu Beginn zu nutzen und deine Erfahrungen zu sammeln. So weißt du später immer genau, welche Menge an Wasser die richtige ist. VIEL FREUDE. ♥

WICHTIG: Wem das zu kompliziert ist: die Blätter müssen nicht fermentiert werden! Sie eignen sich frisch und ganz normal getrocknet genauso als Basis für Tee. Wenn du eine eine träge Verdauung hast und zu Verstopfungen neigst, würde ich den Tee nicht dauerhaft trinken, oder nur mit anregenden Kräutern dabei, zum Beispiel Löwenzahn, Kümmel, Fenchel, Klettenwurzen etc. Alles was bitter ist eben.

MEINE HAUSTEEMISCHUNGEN

Genusstee:

1 Teil Brombeerblätter, fermentiert

1 Teil Johannisbeerblätter, fermentiert

0,5 Teile Teil Melissenblätter

0,5 Teile Zitronenverbeneblätter

 

milder Frauentee während der Regel:

2 Teile Brombeerblätter, fermentiert

0,5 Teile Frauenmantelkraut

0,5 Teile Schafgarbenkraut

0,25 Teile Fenchelsaat, angestoßen

 

Ihr gießt pro Tasse einen Teelöffel der Mischung auf. Pro Tag könnt ihr einen Liter trinken. Aber bitte auch immer genug Wasser dabei. Ihr könnt diese Mischungen unendlich anpassen auf das, was ihr gerade braucht und mögt. SO ein Haustee ist ohnehin ganz individuell und kann bis zu sieben Kräuter oder mehr enthalten. Ich bin gepannt auf eure Ideen! ♥

Du brauchst Anleitung beim Kräutersammeln?

Schau dich bei meinen Exkusionen und Workshops um. Mit mir lernst du über das Pflanzenjahr hinweg so einiges an essbaren Wildpflanzen kennen un wie du sie für dich nutzen kannst. Mit Klick auf das Bild gelangst du zu meinem Angebot.  Ich freue mich auf Dich.

Viel Freude beim Wildkräutern!

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Kommentare: 1
  • #1

    Ursula (Samstag, 02 Mai 2020 08:06)

    Vielen Dank für deine Anregungen ich werde das ausprobieren

wildesgrün • grünes glück erleben!

Essbare Wildpflanzen entdecken, sammeln und zubereiten. Kräuter trocknen, konservieren und nutzen. Wir merken mehr und mehr, wie gut es tut sich in der Natur zu bewegen, sich auszukennen und der eigenen Nahrung möglichst nah zu sein. Dieses alte Wissen steckt in jedem von uns und kommt mit Anleitung und etwas Übung ganz einfach wieder an die Oberfläche. In verschiedenen Kräuterseminaren zeige und erkläre ich diese wilde Welt: Kräuterwanderungen zum ersten Kennenlernen, Bestimmen und finden deiner Lieblingspflanze.  In der Wildkräuterwerkstatt werden die gesammelten essbaren Wildpflanzen und -kräuter auf ganz verschiedene Weise zu Hausgemachtem oder zur kleinen Naturapotheke verarbeitet. In der wilden Kräuterküche kreieren wir köstliche Gerichte und Desserts mit essbaren Pflanzen. Genauso laden Kräuter dazu ein, wertvolle Naturkosmetik aus ihnen herzustellen. Tageskurse oder Wochenend Retreats bieten ausreichend Raum zum Entdecken und Staunen. Früher Tradition und täglicher Inhalt des Alltags - heute Freude, Entspannung und Wecken des Sammlers in uns, der die Natur besonders würdigt.

 

Workshops für Freunde, Familien, Firmen und alle anderen, denen ich gerne zeige wie sie essbare und heilsame Wildpflanzen und -kräuter in ihr Leben bringen können.

wildesgrün

Christine Knauft

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